spiegeleiorakel zum 26.3.

“Wenn dich das Leben mal wieder in die Pfanne haut – keep smiling!”

“Wenn dich das Leben mal wieder in die Pfanne haut – keep smiling!”
editors – blood
this wicked city just drags you down
you’re with the red lights, your side of town
don’t say it’s easy to follow a process
there’s nothing harder than keeping a promise
blood runs through your veins, that’s where our similarity ends
blood runs through our veins
there’s nothing believable in being honest
so cover your lies up with another promise
blood runs through your veins, that’s where our similarity ends
blood runs through our veins
if there’s hope in your heart
it would flow to every part
if there’s hope in your heart
Die Familie
Wenn es Sommer ist
und schön warm
macht die glücklichere Familie
einen Ausflug in den Zoo nach Groß-Breslau.
Sie sehen die Raubtierfütterung
und andere Lustbarkeiten
z.B. das Gnu.
Im Aquarium sehen sie
den elektrischen Fisch (Rochen).
Der sieht sie auch.
So stecken sie in der Falle.
the further we go
and older we grow
the more we know
the less we show
Wollte man den gegenwärtigen Stand der Dinge benennen, so würde ich sagen, wir befinden uns nach der Orgie. Die Orgie ist der explosive Augenblick der Moderne, der Augenblick der Befreiung in allen Bereichen. Politische Befreiung, sexuelle Befreiung, Entfesselung der Produktivkräfte, Entfesselung der destruktiven Kräfte, Befreiung der Frau, des Kindes, der unbewußten Triebkräfte, Befreiung der Kunst. Hochjubeln aller Repräsentations- und Antirepräsentationsmodelle.
Es war eine totale Orgie des Realen, des Rationalen, des Sexuellen, des Kritischen und Antikritischen, des Wachstums und der Wachstumskrise. Wir sind alle Wege der Produktion und virtuellen Überproduktion der Objekte, der Zeichen, Botschaften, Ideologien und Vergnügungen gegangen.
Heute ist alles befreit, das Spiel ist gespielt, und wir stehen gemeinsam vor der entscheidenden Frage: WAS TUN NACH DER ORGIE?
(Jean Baudrillard, ‘Transparenz des Bösen’)
SPIEGEL ONLINE: Herr Peymann, was halten Sie von der Aufforderung des CDU-Generalsekretärs Ronald Pofalla und der Berliner Union, Sie sollten wegen ihrer Sympathiebekundung für die Kapitalismuskritik Christian Klars als Intendant des Berliner Ensembles zurücktreten?
Claus Peymann: Diese Forderung kann mich nicht erschüttern. Ich bin da einiges gewohnt. Sie ändert auch nichts an meiner Sympathie für Klars Kapitalismuskritik, denn er hat im Kern doch Recht. Auch wenn er sie in diesem altmodisch linken Kauderwelsch formuliert, ist sie deshalb nicht falsch. Wenn sie der CDU nicht gefällt, ist das deren Problem. Über meinen Rücktritt entscheide ich – und ich mache weiter.
SPIEGEL ONLINE: Klar hat gängige Vorstellungen von Globalisierungsgegnern formuliert, sie aber auch mit dem düsteren expressionistischen Pathos alter RAF-Erklärungen gewürzt.
Peymann: Ich denke, er muss die heutige Sprache erst mal neu erlernen. Im Gefängnis, noch dazu bei jahrelanger Isolation, fehlen einem – im wahrsten Sinne – die Worte, die Möglichkeit zur Anpassung an neue Sprechweisen. Gleichzeitig zeigt es die Perversität unserer Situation: dass wir heute nicht einmal mehr von einer Revolution sprechen dürfen. Ich glaube, dass drei Viertel der Weltbevölkerung die Probleme, die Klar angesprochen hat, durchaus ähnlich sehen.
SPIEGEL ONLINE: Welche Probleme meinen Sie genauer?
Peymann: Dass das Bush-System global ebenso wenig Zukunft hat wie das System der westeuropäischen Demokratien, wie wir es auch hier in Deutschland haben. Wir sind doch im Grunde in einer verzweifelten Situation: Zunehmende Gewaltbereitschaft, die Erosion aller ethischen Grundlagen, korrupte Politiker, Gewerkschafter und Manager – eine “Jugend ohne Gott”…
Un homme dans une gare isolée
Une valise à ses côtés
Des yeux fixes et froids
Montre de la peur lorsqu’il
Se tourne pour se cacher
We fade to grey
Sent la pluie comme un été anglais
Entends les notes d’une chanson lointaine
Sortant de derrière un poster
Espérant que la vie ne fut aussi longue
über dem narbengelände
das langsam verschwindet
so nur phantomschmerz bleibt
es dringt kaum hörbar ein fieses lachen
aus der roten info-box
und in den gräbern wird leise rotiert
alles nur künftige ruinen
material für die nächste schicht
mela, mela, mela, mela, melancholia
melancholia, mon cher
mela, mela, mela, mela, melancholia
schwebt über der neuen stadt
und über dem land
über den schaltzentralen
über dem stoppelfeld aus beton
über den heimlichen bunkeranlagen
die nicht wegzukriegen sind
marlene go home!
auch über dem marlene-dietrich-platz
die neuen tempel haben schon risse
künftige ruinen
einst wächst gras auch über diese stadt
über ihrer letzten schicht
mela, mela, mela, mela, melancholia
melancholia, mon cher
mela, mela, mela, mela, melancholia
schwebt über der neuen stadt
und über dem land
im zerschnittenen himmel
von den jets zur übung zerflogen
hängt sie mit ausgebreiteten schwingen
ohne schlaf, und starren blicks
in richtung trümmer
hinter ihr die zukunft aufgetürmt
steigt sie langsam immer höher
übersieht letztendlich das ganze land
was ist die befindlichkeit des landes?
was ist die befindlichkeit des landes?
was ist die befindlichkeit des landes?
was ist die befindlichkeit des landes?
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