Kafka übt den Motor-Talk
Die Liebe ist so unproblematisch wie ein Fahrzeug. Problematisch sind nur die Lenker, die Fahrgäste und die Straße.
– Franz Kafka
Die Liebe ist so unproblematisch wie ein Fahrzeug. Problematisch sind nur die Lenker, die Fahrgäste und die Straße.
– Franz Kafka
Kultur, dachte Lukas, was für eine gestörte Lebensweise: im dunklen Kino sitzen, alleine Musik hören oder ein Buch lesen, um von andern Menschen berührt zu werden. Abwegig eigentlich. Das war es schließlich, was er sagte, als Zusammenfassung seiner letzten Wochen: »Abwegig. Eigentlich.« Sie nahm das Stichwort an. Beim Weitergehen wurde ein Gespräch daraus. In Fenstern sah man, dass den Leuten Lichter aufgingen.
»Wollen wir irgendwo was trinken gehen, bei den Normalen?«, fragte sie. Er war bereit. Lillian und Lukas gingen in die Stadt.
Die Zeit, in keinem Krankenhaus mehr eingesperrt, lief vor ihnen her.
Sie folgten ihr und redeten und hörten zu. Bald ging es besser.
Was einmal gedacht wurde, kann nicht mehr zurückgenommen werden.
– Friedrich Dürrenmatt: Die Physiker, 1962
Frank Schirrmacher weist im heutigen Feuilleton der F.A.S. auf eine aktuelle Entwicklung hin, welche jedermann, der gelegentlich Bilder von sich selbst oder anderen ins Netz stellt, zum Nachdenken anregen sollte:
Google-Handys können, wie man überall las, über Scannerfunktionen vom Eiffelturm bis zur Apfelsine Objekte erkennen und über das Netz alle Informationen für denjenigen abrufen, der sein Handy auf einen Gegenstand hält. Das geht allerdings, was man sehr viel seltener las, auch mit menschlichen Gesichtern. Sofern man ein Foto von sich irgendwo im Netz gespeichert hat, kann die Kamera erkennen, wer das ist, der da gerade im “Café Einstein” sein Frühstück bestellt. Für den Fall, dass die Informationen zu unübersichtlich sind, steht auch bereits ein entsprechender Algorithmus bereit.
Im Lichte dieser absehbar gewesenen, nun konkret gewordenen Möglichkeiten stellt sich spätestens jetzt, nicht mehr irgendwann in Zukunft die Frage: Welche seiner Bilder möchte man noch unrestringiert, für jedermann wie jedermanns Suchmaschine les-, speicher- und auswertbar – und vor allem: in welchem Kontext – unrückholbar in die Datenwelt entlassen? Was geschieht mit den allein tausenden von Urlaubs- und Freizeitaufnahmen, die auch auf dieser Website abrufbar sind – und minütlich von Suchmaschinen geladen, erfasst und analysiert werden?
Der folgende beunruhigende Tatsachenbericht erreicht uns vom Wetter-Blog:
Vier nächtliche Spaziergänger flohen in Darmstadt vor einer Gruppe angriffslustiger Wildschweine und sahen in ihrer Panik keine andere Fluchtmöglichkeit als eine Mülltonne.
Gegen drei Uhr nachts ging der Notruf direkt aus der Metalltonne bei der Polizei ein. Ein Mann gab an, dass er, ein Begleiter und zwei Frauen aus Angst vor den Wildschweinen in die nächste Mülltonne geflüchtet seien. Jetzt traue sich niemand mehr heraus.
Die Polizei fand die vier frierend in einer Metalltonne und gab ihnen Geleitschutz. Die Wildschweine hatten zu diesem Zeitpunkt bereits das Weite gesucht.
Bleibt uns wieder mal nur – voller Vorfreude auf ein gelungenes Weihnachtsmahl – bereits jetzt guten Appetit zu wünschen!
(Nachtrag für alle Wildschweinfreunde: Die Vorschau aufs Weihnachtswetter gibt es wie gewohnt hier.)

Using the pale, cold light of raven black diamonds I extracted vibrations from the deepest infinite grooves of atramentous obsidian.
I plumbed the depths of the abyss using the most delicate of arcane machinery, but despaired of ever seeing the bottom. So I stepped off the edge…
Slutmachine – The Unbearable Darkness of Being
free download at darkwinter.com
☃² = ?
Honi soit qui mal y pense… doch gemeint ist hier eine außerordentliche Großwetterlage, wie sie wohl nur sehr selten vorkommt:
Wir stehen vor einer herausragenden Großwetterlage mit extrem spannenden Möglichkeiten, deren Auswirkungen wirklich in die Kategorie Jahrzehntereignis locker ranreichen würden.
Mehr dazu im spannenden Wetter-Blog von Kai Zorn …
er: »du wolltest mich doch nur eifersüchtig machen…«
sie: »es muss schön sein, mit einem derart schrankartigen ego ausgestattet zu sein, das diese deutung erlaubt!«
Sprache wurde erfunden um
erfunden um die anderen aus
die anderen auszuschalten
nur: Wer hält wen auf?
Erkennen und Benennen:
zu zart, zu hart,
zu weich, zu leicht,
zu gleich, zu dick,
zu dünn, zu dumm,
zu stumm, zu krumm,
na und? Gesund!
erkannt, benannt, verbrannt,
zu klein, zu groß,
zu doof, sag bloß,
zu blass, zu krass,
zu schwarz, zu weiß,
das wars,
und ich würd aufhören, wenn
aufhören heißt, es hört auf.
Etwas, das in Stücke reißt
Etwas, das zusammenschweißt
Ein Fliegenteppich, der Leben heißt
und das Gegenteil beweist
von dem, was ist.
Auch wer keinen Fernseher besitzt, könnte künftig verpflichtet werden, GEZ-Gebühren zu zahlen. So sieht es ein Entwurf vor, den die Ministerpräsidenten der Länder derzeit prüfen. Zudem müsste, wer von den Gebühren befreit werden will, künftig eidesstattlich erklären, keinen TV zu haben.
[...]Demnächst werden die Ministerpräsidenten/innen noch die Möglichkeit erörtern, den ÖRR via Toilettenschüssel zu empfangen. Wer hat schon keine Toilette in seiner Behausung? Allerdings bilden dann Empfänger und Inhalt endgültig eine Einheit!
– Aus der Diskussion zu den GEZ-Reformvorschlägen der Ministerpräsidenten im spon-forum
Telefonkosten können nur anstelle einer Familienheimfahrt mit einem Ferngespräch von 15-minütiger Dauer angesetzt werden.
– Anleitung zur Steuererklärung 2008
Die Jäger fordern eine “Nationale Strategie gegen invasiv gebietsfremde Arten”.
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