In den Bergen hängt Gewitter
und die Hitze dauert an
in den Wolken spielen die Blitze
die Hunde bellen, der Garten blüht
Die Fragen sind gestellt
das was man sagen kann gesagt
alles ist gut, der Zweifel bleibt
der Schmerz, die Trauer und der Zorn
Doch für uns ist nichts verloren
solang die Zeit noch in uns wohnt
solang der Schmerz im Wandel bleibt
auch wenn die Zeit ihn nicht mehr heilt
Unsere Worte sind verhallt
und unsere Gesten am Zerfallen
unsere Orte werden still
und unsere Wünsche werden alt
Doch für uns ist nichts verloren
solang der Schmerz noch in uns wohnt
und unser Zorn im Wandel bleibt
auch wenn die Zeit ihn nicht mehr heilt
Der Wind streicht durch die Halme
und die Palmen klappern still
Blüten öffnen sich bei Nacht
und die Grillen sind noch wach
In den Büschen leuchten Käfer
in den Sternen wird es später
und die Füchse traun sich raus
wittern den Müll hinter dem Haus
Nichts ginge über diese Zeit, sagte Joachim Gauck einmal in einem Interview. Wenn er sich daran erinnere, dann nicht an die Menschenmenge, die ständig wuchs, sondern an „das langsame Kippen der Angst in den Mut“ …
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die nächte haben zu viel licht /
schlafen kannst du längst nicht mehr /
in träumen fehlt ein gesicht /
war mal da, ist lange her
c’est toujours ainsi que la rose est ternie
mon souvenir s’fait le tri, mettant autant de bleu que de gris
aujourd’hui, parce qu’il fait beau,
j’ pense à toi et ton bateau
aujourd’hui, parce qu’il pleut plus,
je regrette ton absence, dépourvue
mon souvenir s’fait le tri, mettant autant de bleu que de gris
Die Verbindung von Schwarmgeist und Werbung hat zu einem neuen Gesellschaftsvertrag geführt. Die Grundidee dieses Gesellschaftsvertrags besteht darin, dass Autoren, Journalisten, Musiker und Künstler ermutigt werden, die Früchte ihres Intellekts und ihrer Phantasie als Fragmente zu verstehen, die sie ohne Bezahlung dem Schwarmgeist überlassen. Die Gegenseitigkeit nimmt die Form der Selbstvermarktung an. Die Kultur soll sich in Werbung und nichts anderes verwandeln.
[...]
In den Anfangstagen der sogenannten offenen Kultur bediente ich mich einer Argumentation, die inzwischen zum Klischee verkommen ist: All die Dinosaurier der alten Ordnung sind rechtzeitig vor der kommenden digitalen Revolution gewarnt worden. Wenn sie sich nicht anpassen können, dann aufgrund ihrer eigenen Dickköpfigkeit, Unbeweglichkeit oder Dummheit. Sie sind selbst Schuld an ihrem Schicksal.
So sprachen wir über unsere ersten Opfer wie Plattenfirmen und Zeitungen. Nur war keiner von uns in der Lage, den Dinosauriern irgendeinen konstruktiven Rat zu geben, der ihnen beim Überleben helfen konnte.
Jaron Lanier (“Der mit der optimistischen Einstellung, das bin ich”) bei FAZ.net
Was einmal gedacht wurde, kann nicht mehr zurückgenommen werden.
– Friedrich Dürrenmatt: Die Physiker, 1962
Norbert Elias: Homo Clausus
Frank Schirrmacher weist im heutigen Feuilleton der F.A.S. auf eine aktuelle Entwicklung hin, welche jedermann, der gelegentlich Bilder von sich selbst oder anderen ins Netz stellt, zum Nachdenken anregen sollte:
Google-Handys können, wie man überall las, über Scannerfunktionen vom Eiffelturm bis zur Apfelsine Objekte erkennen und über das Netz alle Informationen für denjenigen abrufen, der sein Handy auf einen Gegenstand hält. Das geht allerdings, was man sehr viel seltener las, auch mit menschlichen Gesichtern. Sofern man ein Foto von sich irgendwo im Netz gespeichert hat, kann die Kamera erkennen, wer das ist, der da gerade im “Café Einstein” sein Frühstück bestellt. Für den Fall, dass die Informationen zu unübersichtlich sind, steht auch bereits ein entsprechender Algorithmus bereit.
Im Lichte dieser absehbar gewesenen, nun konkret gewordenen Möglichkeiten stellt sich spätestens jetzt, nicht mehr irgendwann in Zukunft die Frage: Welche seiner Bilder möchte man noch unrestringiert, für jedermann wie jedermanns Suchmaschine les-, speicher- und auswertbar – und vor allem: in welchem Kontext – unrückholbar in die Datenwelt entlassen? Was geschieht mit den allein tausenden von Urlaubs- und Freizeitaufnahmen, die auch auf dieser Website abrufbar sind – und minütlich von Suchmaschinen geladen, erfasst und analysiert werden?
Bezeichnen Sie Männer [...] als das schwache Geschlecht?
Männern fehlt ein zweites X-Chromosom. Das kann man mit einem Auto ohne Ersatzrad vergleichen. [...]
Sind Männer denn per se aggressiver und gewalttätiger?
Nein. Sie suchen nur mit mehr Vehemenz nach Halt und Bedeutung in dieser Welt. Dafür werden sie von der Gesellschaft benutzt: Männer haben die kulturelle Funktion, neue Räume zu erschließen und an Grenzen zu gehen. Auf die höchsten Berge zu steigen, in die tiefsten Seen zu tauchen, Amerika zu entdecken, auf den Mond zu fliegen: Das ist alles männlich. Aber nicht, weil die Gene das bestimmen würden. Sondern weil die Suche der kleinen Jungs nach Halt in kulturell geprägte Bahnen gelenkt wird. [...]
Was also müssen Männer Ihrer Meinung nach tun?
Es ist nicht mein Anliegen, Menschen mit erhobenem Zeigefinger zu erzählen, wie sie ihr Leben zu gestalten haben. Ich stelle meine Erkenntnisse als Hirnforscher und Biologe zur Verfügung. Aber daraus ergibt sich eine banale Schlussfolgerung: Man kann sich das Hirn im Laufe der eigenen Entwicklung ruinieren und das seiner Kinder obendrein. [...] Man kann aber auch versuchen, Bedingungen zu schaffen, damit angelegte Potentiale tatsächlich zur Entfaltung kommen. Dass ein Ausmaß an Vernetzung im Hirn hergestellt wird, mit dem man ein reicheres, offeneres, begeisterteres und gestaltungsfreudigeres Leben führen kann.
Was braucht ein kleiner Junge?
Das Wichtigste wären ein richtig guter Vater und noch ein paar andere Männer im Verwandten- und Freundeskreis, die selbst gern Männer sind, die mit diesem Jungen was unternehmen und ihn so mögen, wie er ist. Liebe heißt ja nicht, dass man den ganzen Tag schmust. Man muss den Kindern eine Chance geben, ihre Potentiale zu entfalten.
Supermans Irrweg: Der Hirnforscher Gerald Hüther im Interview der F.A.S.
Sweetness, sweetness I was only joking
when I said I’d like to smash every tooth
in your head
Sweetness, sweetness, I was only joking
when i said by rights you should be
bludgeoned in your bed
And now I know how Joan of Arc felt
now I know how Joan of Arc felt
as the flames rose to her roman nose
and her walkman started to melt
Bigmouth, … bigmouth, …
bigmouth strikes again
and I’ve got no right to take my place
with the human race
Bigmouth, … bigmouth, …
bigmouth strikes again
and I’ve got no right to take my place
with the Human race
And now I know how Joan of Arc felt
now I know how Joan of Arc felt
as the flames rose to her roman nose
and her hearing aid started to melt
Bigmouth, … bigmouth, …
bigmouth strikes again
and I’ve got no right to take my place
with the human race
»Das Land hat sich verändert und ich mich auch. Ich bin mittlerweile, so ganz aus Versehen und vorerst in Ermangelung anderer Positionsbeschreibungen, links. Zunächst ist es ein ästhetischer Abwehrreflex.«
Matthias Matussek in Spiegel Online: Wie ich aus Versehen ein Linker wurde.